Wann sind Augenuntersuchungen laut "Mutter-Kind-Pass" vorgesehen?
Im Alter von einem Jahr wahlweise vom Kinder- oder Augenarzt und im Alter
von zwei Jahren obligatorisch vom Augenarzt.
Allerdings ist aus augenärztlicher Sicht auch die erste Mutter-Kind-Pass-Untersuchung
durch den Augenarzt sinnvoll, da nur der Augenarzt die Sehfähigkeit Ihres
Kinder exakt beurteilen und den Augenhintergrund untersuchen und damit entscheiden
kann, ob eine behandlungsbedürftige Erkrankung vorliegt oder eine Brillenkorrektur
erforderlich ist.
Wann sollte ein Kind vom Augenarzt untersucht werden?
Im Rahmen der vorgesehenen Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen mit dem 1.
und 2. Lebensjahr
Sobald das Kind in der Lage ist bei einer Sehschärfenprüfung
sicher verwertbare Angaben zu machen (d.h. Dinge sicher zu benennen). Das
ist normalerweise
im Alter von 3-4 Jahren der Fall.
Wenn in der Familie Augenprobleme bekannt sind: Kurz-, Weit- oder Stabsichtigkeit,
Schielen, Sehschwächen, angeborene Linsentrübungen, Tumoren, angeborener
grüner Star u.s.w.
Wenn ein Kind zu schielen beginnt oder nicht fixieren kann.
Wenn die Pupillen unterschiedlich gefärbt sind z.B.: eine Pupille
weiß erscheint;
die Pupillen bei Blitzlichtaufnahmen unterschiedlich rot erscheinen.
Wenn durch Ungeschicklichkeit des Kindes eine Sehschwäche vermutet
wird.
Wenn das Kind regelmäßig ein Auge zukneift, lichtempfindlich ist
oder ständig tränende Augen hat.
Bei einer schiefen Kopfhaltung des Kindes.
Bei einer chronischen Lidrandentzündung u.s.w.
Wann lernt ein Kind sehen?
Schon kurz nach der Geburt können Babys ihre Umgebung wahrnehmen
aber noch undeutlich.
Die volle Sehschärfe bildet sich erst in den ersten Lebensjahren aus.
Fixieren lernen Kinder in den ersten Wochen. Die ersten Wochen, Monate und
Jahre sind für das visuelle System von entscheidender Wichtigkeit. Störungen
in dieser Phase können einen bleibenden Schaden für das Sehen bedeuten.
Wie lange „darf„ ein Kind
schielen?
Ein Kind sollte von Anfang an – zu mindestens zeitweise – ein
Objekt ( Lichtquelle, Gesicht...) fixieren können. Während der
ersten Wochen ist es noch normal, daß gelegentlich ein Auge etwas abweicht.
Es sollte aber nicht ständig in Schielstellung bleiben und es sollte
nicht immer das selbe Auge betroffen sein. Bei permanenter Schielstellung
muß auch
ein ganz junger Säugling bereits einem Augenarzt vorgestellt werden.
SCHIELEN IST NIE HARMLOS !
Es „wächst sich auch nicht von selbst aus“.